Was Eltern und Frauen wissen sollten

DANKE ist uns nicht genug!

Die Corona-Krise stellt uns alle vor große Herausforderungen. Wir müssen unser Leben umstellen und Sozialkontakte weitestgehend meiden.

Politik hat viele Maßnahmen in Rekordzeit auf den Weg gebracht, um die Bürgerinnen und Bürger und die Wirtschaft zu unterstützen. Die neuen Situationen und die Flut an Regelungen stellt die Menschen vor neue Herausforderungen und vor viele Fragen, auf die sie schnell eine Antwort brauchen.

Wir haben darauf reagiert

Mit unseren Antworten auf die häufigsten Fragen (FAQs) für Mütter und Väter, Schwangere, Pflegende + Frauen in Notlagen, wollen wir informieren, unterstützen und aufklären und helfen, sich in der Informationsflut zurecht zu finden.
Schwerpunkte der FAQs

Wir haben Infos für Eltern zusammengetragen zu den Regelungen für Notfallbetreuung und Lohnersatzleistungen bei Kinderbetreuung, Ausweitung des Kinderzuschlags, Elterngeld und Kurzarbeit... Wir zeigen wo Schwangere weitere Informationen bekommen.

Wir informieren über Hilfe-Angebote für Frauen und Kinder in Not Auf unserer Homepage findet ihr die FAQs: frauen.verdi.de

Zahlreiche weitere Informationen für unsere Mitglieder finden sich bei den ver.di FAQs hier: www.verdi.de

Außerdem sind alle ver.di Bezirke und Fachbereiche telefonisch für Beratungen zu erreichen und es gibt eine Hotline, die ihr von Montag – Freitag von 8.00 – 18.00 Uhr zusätzlich erreichen könnt:

ver.di-Corona Hotline: 0800-8373416

Die politisch Verantwortlich haben sehr schnell mit großen Gesetzespaketen auf die veränderte Situation reagiert. Jetzt geht es darum, den Menschen zu helfen – und das schnell und unbürokratisch. Die Bürger und Bürgerinnen sehen wie schnell Politik handeln kann, leider erst in der Krise. Aber die Maßnahmen sind nicht für alle Menschen in unserem Land ausreichend.

Da muss Politik dringend nachbessern!

Als Gewerkschaft haben wir einen direkten Blick auf die schwierigen, finanziellen Situationen und die Rahmenbedingungen von Arbeit, vor denen viele Arbeitnehmer*innen jetzt stehen!

Deshalb sind wir in dieser Ausnahmesituation insbesondere darauf bedacht, für unsere Mitglieder gute Vereinbarungen und tarifliche Regelungen zu erkämpfen. In den Betrieben und Verwaltungen streiten wir gemeinsam mit den Interessenvertretungen für gute Regelungen bei Kurzarbeit, HomeOffice, Freistellungen und z.B. bei Vereinbarkeitsregelungen für Kinderbetreuung + Betreuung zu pflegender Angehöriger. In vielen Tarifbereichen konnten wir spezielle Tarifverträge abschließen, die zu Verbesserungen führen!

Aber leider greift nicht überall die Tarifbindung und in viel zu vielen Betrieben gibt es keine Betriebsräte. Deshalb fordern wir als ver.di u.a. das Kurzarbeitergeld für alle anzuheben! Hierzu läuft eine Petition, die ihr mit eurer Unterschrift unterstützen könnt: http://chng.it/tMGjYcC7kK Es ist nicht zu akzeptieren, dass sich Unternehmen 100% vom Staat zurückholen und davon nur 60 bzw. 67 % bei den von Kurzarbeit Betroffenen ankommen.

Besonders hart triff es die Geringverdienenden – zum großen Teil Frauen – deren Einkommen schon ohne Corona-Krise kaum zum Auskommen reicht.

Viele Familien mit niedrigem Einkommen und insbesondere Alleinerziehende sind oft betroffen in mehrfacher Hinsicht: kleines Einkommen und Schließung von Kinderbetreuung und Schule.

Einige Maßnahmen werden den Lebenswirklichkeiten nicht gerecht!

Für viele Beschäftigte besteht die Möglichkeit in Homeoffice zu arbeiten. Auch das war vor der Krise, in vielen Unternehmen (angeblich) nicht möglich. Auf beiden Augen blind ist aber, wer glaubt, dass Kinderbetreuung und Homeoffice zusammen leistbar sind. Ein Teil fällt immer runter und es sollten nicht die Schwächsten, nämlich unsere Kinder, sein. Auch hier muss nachgebessert werden. Den Gedanken, den Erholungsurlaub für 2020 einzusetzen, lehnen wir generell ab. Erholungsurlaub ist zur Erholung und Regeneration gedacht. Die Eltern, die jetzt ihre Kinder zu Hause betreuen, den Schulunterricht begleiten und daneben noch ihren Job machen, verdienen unseren Respekt! Sie brauchen den Erholungsurlaub nach der Krise wahrscheinlich dringend.

Viele Frauen halten die Welt am Laufen

Das Corona-Virus breitet sich in Deutschland und überall auf der Welt rasant aus. Die Lage ist sehr ernst und für Frauen in besonderem Maße herausfordernd.

In systemrelevanten Bereichen wie im Gesundheitswesen, der Altenpflege, in der Erziehung und Bildung, im Einzelhandel, im Reinigungsbereich und weiteren Branchen arbeiten zu 75% Frauen. Bei unverändert niedriger Bezahlung haben sich ihre Arbeitsbedingungen teils dramatisch verändert. Zum Beispiel macht sich der seit Jahren betriebene Personalabbau in den Krankenhäusern und die Ausrichtung auf Gewinnmaximierung in unserem Gesundheitssystem gerade jetzt in der Krise dramatisch bemerkbar. Und es zeigt sich überall: Unsere Gesundheit gehört nicht in die Hände privater Anbieter!

https://www.verdi.de/presse/

Aber grundsätzlich müssen alle frauendominierten Berufe endlich aufgewertet werden. Dazu gehört Wertschätzung und Respekt genauso wie eine bessere existenzsichernde Bezahlung, gute Arbeitsbedingungen und eine ausreichende Alterssicherung!
Sie haben es verdient!

In Deutschland stemmen nachweislich immer noch Frauen ebenso den größten Teil der „unbezahlten“ Sorgearbeit. Darüber müssen wir dringend reden und zu Veränderungen kommen. Hin zu einer partnerschaftlichen Verteilung von Sorgearbeit und das, aus unserer Sicht, mit staatlichen Unterstützungen. Wir müssen es Frauen ermöglichen gleichberechtigt an Erwerbsarbeit teilzunehmen, um ihre Existenz unabhängig und eigenständig zu sichern.

Hilfe für Frauen und Kinder in Not

Die existenziellen Sorgen von Familien, verstärkt durch Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperren und Zeiten der Quarantäne, führen leider auch zu einer Zunahme von Gewalt gegenüber Frauen und Kindern. Deshalb machen auch wir Hilfe-Angebote in unseren FAQs bekannt.

Das Hilfe-Telefon des Bundesfamilienministeriums ist z. B. unter der kostenlosen Telefonnummer 08000 / 116 016 zu erreichen. Dort beraten und informieren die Mitarbeiterinnen des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen" in 18 Sprachen zu allen Formen von Gewalt gegen Frauen.

DANKESCHÖN!

Wir wollen diesen ImBlick auch dazu nutzen DANKE zu sagen.

Danke an alle und vor allem an unsere Kolleginnen, die in diesen schwierigen Zeiten Großartiges leisten, um alles am Laufen zu halten, was sein muss!

Sie stellen dabei für uns ihre eigene Gesundheit hinten an und engagieren sich bis an ihre Grenzen und darüber hinaus! DANKE!

DANKE ist uns aber nicht genug!

Wir senden einen Appell an alle:

Reden wir nicht nur jetzt über die Held*innen! Lasst uns auch nach der Corona-Krise nicht vergessen, wie wertvoll diese Arbeit und die Kolleginnen an ihrem Platz sind.

Und lasst uns auch danach solidarisch mit den Kolleginnen sein!

Wir streiten gemeinsam weiter für die dringend erforderliche Aufwertung von Frauenberufen!

Passt gut auf euch auf und bleibt gesund!

Eure Frauen in ver.di

(C) 2015 ver.di Bezirk Stuttgartzuletzt aktualisiert: 28.05.2020