ver.di Baden-Württemberg begrüßt grundsätzlich, dass Kinder und deren Eltern nun nach zehn Wochen eine Perspektive für eine Wiedereröffnung ihrer Kitas erhalten sollen. Die Gewerkschaft warnt aber davor, jetzt den Schutz von Kindern und Beschäftigten vor Infektionen durch feste Fristsetzungen zu vernachlässigen.

Martin Gross, ver.di Landesbezirksleiter in Baden-Württemberg: „Die Belastung für Kindern und Eltern in der elften Woche der Schließungen ist kaum noch erträglich. Und dennoch darf der Gesundheitsschutz bei der Rückkehr zur Normalität durch zu großen Termindruck nicht vernachlässigt werden. Jetzt müssen vor Ort tragfähige Konzepte erstellt werden. Diese hängen ab von den örtlichen Gegebenheiten wie der Anzahl und Größe der Räume oder der Außenflächen. Und natürlich ganz entscheidend von der Anzahl der Beschäftigten, die voll einsatzfähig sind. Wo das geklärt ist, können Kitas wieder mehr Kinder aufnehmen. Wo nicht, darf es aber kein zu frühes Zwangsdatum geben. Und eins ist klar: ohne zusätzliches Personal wird es schwer gelingen.

ver.di wiederholt heute ausdrücklich seine Forderung nach einem Runden Tisch Kitas und Schulkindbetreuung. An diesem kann der erforderliche Rahmen für den Umstieg zur Normalität erarbeitet werden.

Hanna Binder, stellvertretende ver.di Landesbezirksleiterin: „Gut, dass es jetzt Signale aus dem Kultusministerium gibt, zu einem Runden Tisch einzuladen. Wir müssen unter Einbeziehung aller Betroffenen, von Eltern über Träger bis hin zu uns Gewerkschaften, gemeinsam einen Lösungsrahmen finden, der den Einrichtungen vor Ort die Möglichkeit gibt, so schnell wie möglich und so sicher wie nötig zu öffnen. Starre Terminvorgaben passen nicht zu den höchst unterschiedlichen Bedingungen vor Ort. Und die Situation in der Schulkindbetreuung darf nicht vergessen werden, hier stellen sich die gleichen Fragen wie in den Kitas.


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