Verhandlungsauftakt ohne Ergebnis

VKA erkennt Bedeutung der Arbeit im Sozial- und Erziehungsdienst an, sieht aber keinen Grund für bessere Bezahlung

ver.di bringt Forderungspapier ein und begründet es:

  • Aufwertung der Arbeit im Sozial- und Erziehungsdienst durch ins­ gesamt deutlich verbesserte Ein­gruppierung.

  • Zusätzliche Verbesserungen für die Behindertenhilfe.

  • Die genehmigten Plätze, die ­Gruppenzahl und die Beschäftig­tenzahl müssen alternative Heraus­hebungskriterien für die Kita-Leitungen sein.

  • Zwingende Anerkennung aller ­Vorbeschäftigungszeiten bei der Stufenzuordnung.

  • Verbesserte Eingruppierung bei nicht erfüllter Formalqualifikation.

Im Auftakttermin der Verhandlungen mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) hat ver.di die Aufwertungsforderung für die Arbeit im Sozial- und Erziehungsdienst begründet und das umfassende Forderungspapier im Einzelnen erläutert.

  • Die Beschäftigten im SuE erbringen wertvolle und für unsere Gesell­schaft unverzichtbare Dienstleistun­gen.

  • Dies gilt für alle Berufsgruppen: Erzieherinnen, Kinderpflegerinnen, Sozial­assistentinnen, Sozialarbeite­rinnen, Sozialpädagoginnen, Heil­erziehungspflegerinnen, Fachkräfte für Arbeits- und Berufsförderung, Heilpädago­ginnen.

  • Sie sorgen für die Wahrung und ­Realisierung der Grundrechte von Kindern, Eltern und Menschen mit besonderem Hilfebedarf.

  • Zum Beispiel bei der frühkindlichen Bildung, der Wahrung des Kindes­wohls oder der Ermöglichung eines menschenwürdegerechten Lebens für behinderte Menschen.

  • Sie setzen an zentraler Stelle die gesamtgesellschaftliche Aufgabe der Integration von Menschen mit Be­hinderung, Zuwanderern oder Flüchtlingen um.

  • Die gestiegene Bedeutung des Sozial- und Erziehungsdienstes geht einher mit einer gestiegenen Verantwortung und gestiegenen An­­ forderungen an Qualifikation und Ausbildung der Beschäftigten.

  • Alldem wird die Eingruppierung und damit die Bezahlung der Beschäftigten im Sozial- und Er­ziehungsdienst nicht gerecht.

  • Viele Beschäftigten müssen Neben­ jobs ausüben, um über die Runden zu kommen.

  • Bei vielen Teilzeitbeschäftigten ist Altersarmut vorprogrammiert.

  • Das ist ein für die Betroffenen und unsere Gesellschaft unhaltbarer Zustand.

  • Gleichzeitig verschärft sich dadurch der Fachkräftemangel. Viele Kommu­nen sind schon jetzt gezwungen, übertariflich zu bezahlen, um ihre Stellen besetzen zu können.

Die Vertreter der VKA erkannten zwar an, dass die Beschäftigtem im SuE wertvolle und unverzichtbare Arbeit leisten, sahen aber keinen Grund für eine verbesserte Eingruppierung.

Sie meinten, eine bessere Bezahlung würde nicht zu einer Attraktivitäts­steigerung der Berufe führen. Um mehr Erzieherinnen zu bekommen, müssten die Ausbildungsplatzzahlen erhöht und die Ausbildungsdauer verkürzt werden. Die Bezahlung bei den Kommunen läge bereits an der Spitze.Eine höhere Bezahlung sei für sie nicht leistbar, sie hätten bereits deutlich gestiegene Aus­gaben für die Flüchtlingsunterbringung und wollten die Eltern nicht stärker belasten, sondern entlasten.

Im Übrigen vermengten sie die allge­meinen Lohnerhöhungen der letzten zehn Jahre mit unserer Forderung nach Aufhebung der Lohndiskriminierung der Beschäftigten in den Sozial­ und Erziehungsberufen.

Dazu können wir nur feststellen: Nichts begriffen, nichts dazu gelernt!

Auf unsere konkreten Forderungen ist die VKA nicht eingegangen. Die Arbeitgeber kündigten aber an, im nächsten Termin über unser Papier sprechen zu wollen.

Wir meinen: Dem Erkenntnisprozess bei den Arbeitgebern muss offensichtlich nachgeholfen werden!

Die nächste Verhandlungsrunde findet am 23. März 2015 in Münster statt.

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