Brief an die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände

des Konzernbetriebsrats der Aslepios Kliniken GmbH

08.06.2015

Sehr geehrter Herr Dr. Böhle,

der Konzernbetriebsrat der Asklepios Kliniken GmbH (AKG) fordert den Verband des VKA die jetzt stattfindenden Gespräche zu nutzen und mit den Gewerkschaften ver.di und GEW einen Tarifvertrag zu verhandeln bzw. ein verhandlungsfähiges Angebot für Tarifverhandlungen vorzulegen. Für einen öffentlichen Arbeitgeber ist es beschämend offentlich zu erklären man wolle einen Streik aushungern. Es widerspricht dem Gedanken der sozialen Marktwirtschaft und der Tradition der Sozialpartnerschaft. Mit dem an den Tag gelegten marktradikalen Gebaren legen sie Hand an den sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaft.

Trotz aller finanziellen Note der kommunalen Arbeitgeber kann die Notwendigkeit für eine gerechtere Bewertung und Bezahlung der Erziehungs- und Sozialberufe wohl kaum bestritten werden. In den Streik getreten sind Kollegen/-innen an Kitas und Ganztagsschulen, Sozialpädagogen und Sozialarbeiter im Allgemeinen Sozialdienst, Jugendgerichtshelfer, Leben- und Konfliktberater, Heilpädagogen und Fachkräfte zur Arbeits- und Berufsförderungen in der Behindertenhilfe, Erzieher und weitere Beschäftigte in einigen Krankenhäusern, Psychiatrien und Reha-Einrichtungen. Wir wissen, dass sich die Kolleginnen und Kollegen im Sozial- und Erziehungsdienst ihre Entscheidung für diesen Streik angesichts ihrer täglichen Verantwortung in den Einrichtungen nicht leicht gemacht haben. In fünf Verhandlungsrunden hat es keine substantiellen Fortschritte gegeben. Es liegt nun am Verband der kommunalen Arbeitgeber nun ein solches Angebot vorzulegen.

Einfach zu warten bis sich der Druck der Offentlichkeit gegen die Streikenden richtet, heißt grob vorsätzlich auf Kosten von Kindern, Jugendlichen und anderen Unterstützungsbedürftigen sowie deren Angehörigen zu agieren. Durch den Arbeitskampf kann es auch zu Beeinträchtigungen für die in den Asklepios-Einrichtungen beschäftigten Mütter und Väter kommen. Der Konzernbetriebsrat der AKG unterstützt trotzdem die Anliegen der Streikenden. Die Verantwortlichkeit für die Beeinträchtigungen liegt eindeutig beim VKA.

Beenden Sie dieses unwürdige Spiel auf Kosten von Eltern und Angehorigen. Verhalten Sie sich wie es sich für einen Arbeitgeberverband gebührt. Legen Sie ein Angebot vor, dass den gestiegenen Anforderungen der betroffenen Berufsgruppen, ihren Qualifikationen und ihrer enormen Verantwortung gerecht wird. Und wenden Sie mit echten Tarifverhandlungen weiteren Schaden von Eltern, Angehörigen und unserer Gesellschaft ab.

Martin Simon Schwärzel
Vorsitzender des Konzernbetriebsrates der ASKLEPIOS Kliniken GmbH

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