Soziale Berufe aufwerten – jetzt!

Erklärung des Landesfrauenrates Mecklenburg-Vorpommern

Die Delegiertenkonferenz des Landesfrauenrates Mecklenburg-Vorpommern unterstützt die Forderung nach einer Neuregelung der Eingruppierung der Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst.

In den sozialen und erzieherischen Berufen arbeiten überwiegend Frauen. Sie sind belastenden Arbeitsbedingungen ausgesetzt, ihr niedriger Lohn ist Ausdruck mangelnder gesellschaftlicher Anerkennung und Wertschätzung ihrer Tätigkeiten. Er wird der Arbeit der rund 240.000 ErzieherInnen, SozialarbeiterInnen, Sozial- und HeilpädagogInnen, KinderpflegerInnen und Fachkräfte für Arbeits- und Berufsförderung sowie der Verantwortung, die sie tragen, nicht gerecht.

Die Anforderungs- und Tätigkeitsprofile in den Sozial- und Erziehungsberufen sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgeweitet worden. Sprachtests, frühkindliche Bildung, Dokumentation und Elternarbeit gehören in den Kitas und Einrichtungen der Ganztagsbetreuung an Schulen zum Alltag. Eine höhere Eingruppierung würde das Einkommen der Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst steigern und hätte Signalwirkung für den privaten Bereich. Gesamtgesellschaftlich würde damit endlich ein Beitrag zur Verringerung der Entgeltlücke zwischen Männern und Frauen geleistet.

Es geht um eine Aufwertung weiblich dominierter Tätigkeiten. Aus Kostengründen verschließen sich öffentliche Arbeitgeber bis heute einer grundsätzlichen Neubewertung der Tätigkeiten. Geschlechtergerechte Reformen der Entgeltsysteme sind nicht zum „Nulltarif“ zu haben! Eine Aufwertung sozialer Berufe ist jetzt notwendig!

Landesfrauenrates Mecklenburg-Vorpommern

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(C) 2015 ver.di Bezirk Stuttgartzuletzt aktualisiert: 07.03.2018