Ab 2015 geht’s los: Erst werden wir uns in der Tarifrunde 2015 für bessere Eingruppierungen stark machen. Es wird höchste Zeit, dass die qualifizierte, pädagogisch wertvolle Arbeit der Beschäftigten in Krippen, KiTas, Horten und der Sozialen Arbeit auch als hochqualifizierte Arbeit vergütet wird. Doch das ist nicht alles: Auch am Personalschlüssel und den Ausbildungsbedingungen muss sich einiges ändern. Wir wollen nach der Tarifrunde in Verhandlungen mit Kommunen und durch Aktionen unterhalb des Streiks für die Verbesserung unserer Arbeitsbedingungen aktiv werden!

Mehr Anerkennung

Den Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst geht es um mehr Anerkennung. Hier arbeiten Fachkräfte, die eine zwei- bis fünfjährige Ausbildung absolviert haben. Ihre Verantwortung für Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden war schon immer hoch. Was hier gelingt oder nicht gelingt, wird die Betroffenen prägen und ein ganzes Leben lang begleiten.
Im Erziehungsdienst sind die Anforderungen an die Berufe in den letzten Jahren abermals stark gestiegen. So nennt der „Orientierungsplan für Bildungs- und Erziehungsaufgaben in Baden-Württemberg“ folgende Brückenpfeiler der Bildung und Erziehung: Stärkung der Kinderperspektive, Entwicklungsangemessenheit, sowie ganzheitliche Betreuung und Förderung. Die pädagogischen Fachkräfte arbeiten mit einem mehrperspektivischen Ansatz, der verschiedene wissenschaftliche Disziplinen einbezieht und verbindet: Pädagogik, Psychologie, Neurowissenschaft und in kirchlichen Einrichtungen Theologie.

Wer arbeitet im Sozial- und Erziehungsdienst?

Wir sind zum Beispiel Sozialarbeiterinnen, Erzieherinnen, Kinderpfleger, Sozialassistenten, Heilpädagoginnen, Heilerziehungspfleger, Jugendgerichtshelferinnen und viele andere. Auffällig ist, dass die meisten genannten Berufsbilder von Frauen dominiert werden. Auch darum geht es in dieser Tarifrunde: Es kann nicht sein, dass im Jahr 2015 Frauen schlechter bezahlt werden als Männer in Berufen mit vergleichbarem Ausbildungsniveau. „Wieso ist es in unserem Land mehr wert, 10 Kilo Metall durch die Gegend zu tragen als 10 Kilo Kind?“, brachte es eine Kollegin aus Stuttgart vor kurzem auf den Punkt. Das Gleiche gilt für die Soziale Arbeit!

(C) 2015 ver.di Bezirk Stuttgartzuletzt aktualisiert: 07.03.2018