Bundesweit haben 57,2 % für die Annahme des Ergebnisses vom 30.09.2015 gestimmt. Damit gilt das Ergebnis als angenommen. Jetzt gilt es die Aufwertungskampagne für den Sozial- und Erziehungsdienst vor Ort weiterzuführen.

Der Tarifabschluss ist die eine Sache – eine andere ist jetzt die korrekte Eingruppierungen vor Ort umzusetzen. Nach dem Motto „wer Qualität will muss diese auch korrekt eingruppieren.“ Viel zu lange haben es die Beschäftigten hingenommen, dass die Tätigkeit und die Eingruppierung seitens der Arbeitgeber voneinander getrennt wurden. Die Frage, was wird unter „fachlicher schwieriger Tätigkeit“ verstanden muss die Auseinandersetzung um die korrekten Eingruppierungen prägen. Jetzt gilt es die Aufwertungskampagen voranzutreiben. Es muss dabei neben der Eingruppierung auch um die konkreten Arbeits- und Rahmenbedingungen gehen. Dies wollen wir gemeinsam mit den Beschäftigten in den jeweiligen Städten und Gemeinden angehen. Dazu brauchen wir alle Kolleginnen und Kollegen des Berufsfeldes. Wir haben nicht gestreikt um weiterhin akzeptieren zu müssen, dass die Arbeitgeber bezüglich der „fachlich schwierigen Tätigkeit“ mit ihrer Blockadehaltung in den Landkreisen durchkommen. Oder wie anders ist es zu interpretieren, dass in den Landkreisen Böblingen, Rems-Murr, Ludwigsburg, kein/e Erzieher/in bisher nach S 8 (jetzt S 8 b)“fachlich schwierige Tätigkeit“ bezahlt worden ist. In den Landkreisen haben die Gruppenleitung in den Tageseinrichtungen für Kinder max. S 6 (jetzt S 8 b) erhalten. Wo aber ist der Unterschied zur Landeshauptstadt Stuttgart?

Dies wollen wir mit Hilfe des Tarifabschlusses vom 30.09.2015 aufbrechen. Es gilt jetzt die korrekten Eingruppierungen umzusetzen, den Tarifvertrag über den Status quo hinaus mit Leben zu erfüllen. Wer „fachlich schwierige Arbeit“ im Sinne des Tarifvertrages leistet soll dafür auch bezahlt werden.

Zum Start der Kampagne werden wir zu einer Pädagogischen Fachkonferenz einladen um mit allen Betroffenen zu besprechen wie die Aufwertungskampagne in diesem Sinne in den Städten und Gemeinden umgesetzt werden kann. Dazu brauchen wir euch alle.

Nach dem Tarifvertrag ist vor der Eingruppierung.

Jetzt gilt es alle Kraft darauf zu verwenden, den Tarifvertrag offensiv umzusetzen. Man kann dem Tarifabschluss kritisch gegenüber stehen, aber 57,2 % haben ja zum Abschluss gesagt und jetzt muss es darum gehen, diesen so umzusetzen, dass er im Sinne der Beschäftigten umgesetzt wird.

Sobald der Tarifvertrag in schriftlicher redaktioneller Fassung vorliegt, werden wir für die einzelnen Städten und Gemeinden Beratungstermine zur Eingruppierung, Höhergruppierung, also zur Information wie mit dem Tarifvertrag umzugehen ist anbieten. Davon unabhängig werden wir die Aufwertungskampagne aber fortführen, im Mittelpunkt steht dann die Eingruppierung der „fachlich schwiegen Tätigkeit“ und die Arbeits- und Rahmenbedingungen vor Ort.

Die Tarifrunde ist zu Ende – aber wir ziehen uns nicht in die „Schmollecke“ zurück, sondern zeigen den Arbeitgebern deutlich wozu wir auch im Alltag in der Lage sind, also Tarifvertrag offensiv umsetzen, Arbeits- und Rahmenbedingungen gemeinsam vor Ort verbessern, es gibt viel zu tun, wir sind noch lange nicht fertig!

Weitere Infos folgen

Und nicht vergessen:
Für alle Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen (also auch für den Sozial- und Erziehungsdienst) wird im März 2016 über die Gehaltserhöhungen verhandelt. Also bereits heute vormerken.

Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert

(C) 2015 ver.di Bezirk Stuttgartzuletzt aktualisiert: 07.03.2018